Motorunterdruck messen (Lomax)

Motorunterdruck messen

Meßgerät zum Messen des Motorunterdruckes

In vielen Beiträgen zum 2CV in verschiedenen Foren wird auf die Notwendigkeit eines Unterdrucks im Motorgehäuse hingewiesen. Damit das funktioniert, muß der Öleinfüllstutzen, der gleichzeitig die Funktion eines Rückschlagventils erfüllt, richtig funktionieren. In meinem Visa-Motor klappte das nicht mehr so ganz, der Motor transportierte reichlich Öl nach oben. Da die Öldunstleitung bei mir zwischen Luftfilter und Vergaser einbindet, saute das den Vergaser kräftig zu. Ich hab dann einen neuen Stutzen montiert. Um den Unterdruck im Motorgehäuse zu messen hab ich ein "Meßgerät" gebaut. Meßgerät ist vieleicht etwas hoch gegriffen, aber das Teil funktioniert wirklich.

Benötigte Teile:
1 Stück Wandregalmetalleiste 1m lang
4 m PVC-Schlauch 8- 9 mm Aussendurchmesser  
30 kleine Kabelbinder
60 cm Klebeband als Skala
ca 50 ml "Spezialflüssigkeit"
Gesamtpreis im Baumarkt: 6,45 Euro
Spezialflüssigkeit ab umsonst bis ca. 12 € (bei Cabernet-Sauvignon)
Bauzeit: 30 Minuten

Und so gehts:
An einer Aussenseite der Metalleiste den Schlauch mit Kabelbinder so alle 10 cm befestigen. Am Ende der Leiste angekommen, den Schlauch um 180 Grad umlenken und auf der anderen Seite entlang wieder zurückführen.  Wieder ordentlich mit Kabelbindern festmachen. Es bleiben dann 2m Schlauch lose über.
Jetzt die Definition: Unten ist wo der Schlauch umgelenkt wird, oben wo die Lose ist. Oben an der Leiste einen Kabelbinder als "Aufhängevorrichtung" anbringen.

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so sieht es "oben" aus

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Das ist dann "unten"

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Jetzt den Schlauch teilweise mit Spezialflüssigkeit füllen. Das geht am besten wenn man das eine Ende in die Flüssigkeit abtaucht und am anderen Ende kräftig saugt. Die Flüssigkeit sollte wasserähnlich sein (Dichte ca 1) aber, damit man das besser sieht, gefärbt. Die ersten Versuche hab ich mit Rotwein gemacht, funktionierte sehr gut, allerdings bleibt hier ein Rest von 0,95 Liter übrig, dessen Verzehr dann zu Fehlern bei der Beurteilung der Meßergebnisse führen kann :-). Ich hab dann in der Garage eine offene Flasche Cola light (MHD 10/2004 !!) gefunden -- die dann auch frei von Kohlensäure war -- und hab das verwendet.
Man sollte so viel einfüllen das der U-Schlauch etwa bis zur Mitte gefüllt ist. Es dürfen keine Luftblasen drin sein und auch die Schlauchlose muss leer sein.
Hängt man das Teil dann auf, müssen beide Pegel auf gleicher Höhe stehen. Das sollte so in etwas auf halber Höhe sein. 
Das ist der Wert 0 mm. Von hier aus kann man nun eine Skala in 50 mm Schritten nach unten und oben auftragen. Fertig !!!
Gerät an die Motorhaube hängen, Motor anlassen, Leerlauf. Jetzt den Ölmeßstab rausziehen und an dessen Stelle vooooorsichtig das lose Ende des Schlauches einführen, der dichtet dann selbst ab. 

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Da kommt der Schlauch rein.

Unbedingt den Flüssigkeitsstand beobachten damit die Cola nicht im Motor verschwindet.
Wenn alles in Ordnung ist, steigt der Flüssigkeitspegel auf der Seite des angeschlossenen Schlauches an. 

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 Der dicke Strich ist 0 mm, der Flüssigkeitspegel steht (links) auf 130 mm.
Es sollten mindestens 50 mm sein, bei mir sind es jetzt 130 mm. 

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 Einen geeigneten Anschluss vorausgesetzt lassen sich auch Druckverlust über den Luftfilter oder der Unterdruck im Ansaugrohr damit messen.